Samuel Hasselhorn, 1990 in Göttingen geboren, zählt heute zu den prägenden Interpreten seines Fachs. Nach seinem Studium in Hannover und Paris sowie dem Gewinn bedeutender Preise – allen voran
des Queen Elisabeth Wettbewerbs 2018 – hat er sich sowohl auf der Opernbühne als auch im Lied- und Konzertbereich international etabliert.
Als Opernsänger war Hasselhorn zunächst Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und anschließend der Oper Nürnberg. Heute ist er regelmäßig an
großen Häusern wie der Berliner Staatsoper Unter den Linden, der Oper Frankfurt, der Deutschen Oper Berlin und dem Teatro alla Scala in Mailand zu erleben. In der Spielzeit 2025/26 gibt er seine
Debüts am Gran Teatre del Liceu in Barcelona in einer Neuinszenierung von Mozarts „Le nozze di Figaro“ als Conte Almaviva und bei den Osterfestspielen Baden-Baden
als Heerrufer (Lohengrin) unter der Leitung von Joana Mallwitz. An die Staatsoper Unter den Linden kehrt er unter der Leitung von Christian Thielemann
zurück als Barbier Schneidebart in „Die schweigsame Frau“ sowie für die Welturaufführung von Matthias Pintschers „Das kalte Herz“ und Konzerten mit Brahms‘ Requiem, welches er auch in einer
szenischen Umsetzung an der Opéra Rouen singen wird.
Weitere gesungene Partien sind unter anderem die Titelpartien aus Don Giovanni, Eugen Onegin, Pelléas et Mélisande, Mathis der Maler oder Il barbiere di Siviglia, sowie Wolfram von Eschenbach
(Tannhäuser), Gabriel von Eisenstein (Die Fledermaus), Papageno (Die Zauberflöte), Fritz/Frank (Die tote Stadt), Guglielmo (Cosí fan tutte), Belcore (L’elisir d’amore), Harlekin (Ariadne auf
Naxos) oder Ford (Falstaff). Gastengagements führten ihn an die Opernhäuser nach Paris (Opéra Bastille), Brüssel (La Monnaie), Florenz (Maggio Musicale), Palermo, Toulouse, Darmstadt, Caen,
Erfurt, Rouen oder dem Theater an der Wien - er arbeitete dabei mit den führenden Dirigenten und Dirigentinnen unserer Zeit zusammen: Daniel Barenboim, Christian Thielemann, Joana Mallwitz,
Thomas Guggeis, Nathalie Stutzmann, Alain Altinoglu, Mark Minkowksi, Adam Fischer, Sebastian Weigle, Philippe Herreweghe, Laurence Equilbey oder Ivor Bolton.
Parallel zu seiner Opernkarriere widmet sich Hasselhorn intensiv dem Liedgesang. Ein zentrales Projekt ist die Reihe „Schubert 200“, bei der Hasselhorn gemeinsam mit dem Pianisten Ammiel
Bushakevitz für Harmonia Mundi bis 2028 Lieder von Franz Schubert aufnimmt, die jeweils genau 200 Jahre zuvor entstanden sind. Die ersten beiden Alben „Die schöne Müllerin“ und „Licht und
Schatten“ wurden mit dem Diapason d‘or de l‘année und dem Preis der deutschen Schallplattenkritik
ausgezeichnet. Zu seinen weiteren musikalischen Liedpartnern zählen auch Helmut Deutsch, Malcolm Martineau, Philippe
Cassard, Joseph Breinl, Joseph Middleton und Julius Drake.
Auch im orchestralen Liedbereich setzt er Akzente: im Sommer 2024 erschien sein Orchesteralbum „Urlicht – Songs of Death and Resurrection“,
aufgenommen mit dem Poznań Philharmonic Orchestra unter Łukasz Borowicz und ausgezeichnet bei den International Classical Music Awards (ICMA) sowohl als bestes vokales
Album als auch als Aufnahme des Jahres.
Konzerte und Liederabende führen Hasselhorn in der kommenden Saison unter anderem an die Wigmore Hall, in den Berliner Pierre Boulez Saal, zum Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, zum Teatro
Maggio Musicale Fiorentino, zur Schubertiade nach Hohenems, zur Opéra Rouen, an die Alte Oper Frankfurt, die Elbphilharmonie Hamburg oder nach Montréal zum Salle Bourgie. Weiterhin sang er
Konzerte und Liederabende an der Carnegie Hall New York, den Philharmonien in Köln, Berlin, Paris, München, Luxemburg und Essen, den Konzerthäusern in Wien, Dortmund und Freiburg, in der Suntory
Hall Tokio, der Meistersingerhalle Nürnberg, in Notre Dame de Paris, dem Wiener Musikverein, dem Bozar und dem Flagey in Brüssel, der Tonhalle Zürich, dem MüPa Budapest, dem Auditori und Palau de
la Musica in Barcelona und vielen weiteren Orten. Zukünftige Projekte beinhalten unter anderem sein Operndebüt bei den Salzburger Festspielen.
Samuel Hasselhorn ist Gewinner des Queen Elisabeth Wettbewerbs 2018 in Brüssel, des Wettbewerbs „Das Lied“ 2017 in Heidelberg,
der YCA Young Concert Artists Audition 2014 in New York, des Internationalen Schubert Wettbewerbs in Dortmund 2013 und Preisträger des Hugo Wolf Wettbewerbs 2016 in Stuttgart, des Wigmore Hall
Song Competitions 2015 in London und des Nadie et Lili Boulanger Wettbewerbs 2013 in Paris.
Unterrichten und Meisterkurse nehmen ein immer größeren Stellenwert in Hasselhorns Schaffen ein. So unterrichtet er jedes Jahr am Steans Music Institut des Ravinia Festivals (Chicago) und gab
Meisterkurse an den Konservatorien und Musikhochschulen in Hannover, Pisa, Paris und Tel Aviv.
Kritiker loben nicht nur die Klarheit und Wärme seiner Stimme, sondern auch seine intensive Textgestaltung und seine Fähigkeit, musikalische Dramen in feine psychologische Nuancen zu
übersetzen. Mit einer Kombination aus technischer Brillanz, stilistischer Breite und einer ausgeprägten künstlerischen
Neugier hat sich Samuel Hasselhorn einen festen Platz auf den internationalen Bühnen erobert. Seine Karriere verbindet das klassische Erbe
der großen Baritone mit einer frischen, modernen Interpretationshaltung – eine Stimme, die den Opern- und Liedgesang der Gegenwart entscheidend mitgestaltet.
